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Die Geschichte der deutschen Sprache

Ehe man sich mit einzelnen Dialekten befasst, lohnt es sich, einen Blick auf die Evolution des Deutschen zu werfen. Deutsch zählt zu den indogermanischen Sprachen, da Forscher feststellten, dass europäische und asiatische Völker und Idiome in vielen Fällen den gleichen Ursprung haben. Viele datieren den Beginn dieser Entwicklung auf das Jahr 1534, als Martin Luther die Bibel aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzte. Erst ein Jahrhundert später, in der Mitte des 17. Jahrhunderts, erfolgte jedoch der wirkliche Startschuss für die Entwicklung des Hochdeutschen, wie man es heute kennt.

Unterschied zwischen Akzent, Dialekt und Mundart

„Die sprechen in so einem komischen Akzent. Das hat ja nichts mehr mit Deutsch tun.” Diesen oder ähnliche Sätze werden die meisten von uns vermutlich schon einmal gehört haben. Auf den ersten Blick scheint damit auch nichts falsch zu sein, doch tatsächlich beinhaltet er eine gängige Verwechslung. Häufig werden die Begriffe Akzent und Dialekt vertauscht, obwohl sie zwei unterschiedliche Faktoren aussprechen.

Der Ausdruck Akzent bezieht sich auf die bloße Aussprache. Wenn jemand beispielsweise Buchstaben anders ausspricht, als es üblich ist, dann handelt es sich um einen Akzent. Dies ist häufig beim Gebrauch von Fremdsprachen der Fall. Hat jemand beispielsweise bei normaler Verwendung der deutschen Sprache ein rollendes R, gilt dies ebenfalls als Akzent und nicht als Dialekt. Dennoch kann die Trennlinie in Einzelfällen schwierig zu ziehen sein.

Weitreichender sind hingegen die Abweichungen von der Standardsprache bei Dialekten. Hier verändert sich nicht nur die Aussprache. Stattdessen verändern Dialekte auch die Grammatik und die Lexik. In der geschriebenen Sprache, sofern eine solche im jeweiligen Dialekt gebräuchlich ist, beeinflussen sie auch die Orthographie.

Jacob Grimm versuchte im 19. Jahrhundert den Begriff der Mundart einzuführen. Damit wollte er eine Subkategorie des Ausdruckes Dialekt erschaffen. Als Mundart definierte Grimm jene Dialekte, die in kleineren Regionen beheimatet waren und von wenig Menschen gesprochen wurden. Dialekte sah er hingegen als den Sprachgebrauch einer größeren Menge an Menschen. Da sich der Terminus der Mundart nicht wirklich etablieren konnte, nutzt man beide Begriffe heute als Synonyme.

Hoch- und Niederdeutsch

Im Allgemeinen kategorisiert man die deutschen Dialekt in die Gruppen Hoch- und Niederdeutsch. Diese Klassifizierung basiert hauptsächlich auf dem Grad der Beeinflussung der Lautverschiebung und nicht auf geographischen Faktoren. Mit der Lautverschiebung beschreiben Sprachwissenschaftler den Wandel der Aussprache bestimmter Buchstabenkombinationen mit der Zeit. So wurde in der deutschen Sprache beispielsweise aus dem Wort Appel irgendwann Apfel. Während die niederdeutsche Sprache diese Wandlungsformen angenommen hat, finden wir im Hochdeutschen bis heute alte Begriffe wie etwa „wat” statt „was”. Eine zusätzliche Unterteilung des Hochdeutschen erfolgt in die Subgruppen Mitteldeutsch und Oberdeutsch. Fettnäpfchen: Häufig werden die Begriffe Hoch- und Standarddeutsch verwechselt.

Welche Dialekte gibt es?

  • Niederdeutscher Sprachraum: Schleswigisch, Holsteinisch und Ostfriesisch, Märkisch Platt, Südniederfränkisch
  • Mitteldeutscher Sprachraum: Ripuarisch, Hessisch, Thüringisch, Obersächsisch, Schlesisch-Lausitzisch
  • Oberdeutscher Sprachraum: Bairisch, Alemannisch, Fränkisch

Diese Auflistung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt viele weitere Dialekte und kleinere Abspaltungen der oben genannten. Die genaue Abgrenzung gestaltet sich zum Teil schwierig. In einigen Fällen existieren auch Mischformen, da Sprachgattungen immer wieder ineinander überlaufen.

Österreich und Schweiz

Die österreichische Sprache verfügt ebenfalls über ein breites Spektrum an Dialekten. Anders als in Deutschland, sind diese jedoch stärker geographisch abhängig. Die Unterteilung erfolgt hier meist nach Bundesländern. So existieren beispielsweise Wienerisch, Steirisch oder Tirolerisch. Interessant ist, dass in Österreich Dialekte einen viel größeren Einzug in die öffentliche Kommunikation finden als in Deutschland. So ist es nicht unüblich, dass Personen des öffentlichen Lebens, etwa Politiker oder Sportler, vor Kameras in ihrem regionalen Dialekt sprechen. In Deutschland und vermutlich auch in den meisten anderen Ländern der Welt wäre ein derartiges Vorgehen verpönt.

Die Schweiz ist indes ein wahres Faszinosum der Sprachdiversität. Das Land hat mit Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gleich vier Amtssprachen. Insbesondere das in der Schweiz gesprochene Deutsch spaltet sich in viele kleinere Dialektformen ab. Zum Großteil werden diese mit Ausnahme kleiner Minderheiten in Italien und Deutschland ausschließlich in der Schweiz gesprochen. Auch das Schweizerdeutsch oder Schwitzerdütsch, das wohl die erste Assoziation der meisten Menschen mit dem Sprachgebrauch in der Schweiz ist, existiert in diversen regionalen Abwandlungen.

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