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Um sich der Verwendung von Apostrophen bei Genitivsätzen zu widmen, ist es zunächst erforderlich, zu erklären, was Apostrophen überhaupt sind. Optisch gesehen handelt es sich dabei schlicht und einfach um ein hochgestelltes Komma, das Wortteile voneinander trennt. Die Regeln für die Verwendung von Apostrophen sorgen in vielen Fällen sogar bei deutschen Muttersprachlern für Probleme. Im Grunde genommen gibt es drei Situationen, mit denen diese Regeln verständlich erklärbar sind. Situationen, in denen der Apostroph unverzichtbar ist, jene in denen er optional ist und schließlich jene, in denen er auf keinen Fall gesetzt werden darf.

Wann der Apostroph Pflicht ist

In diese Kategorie fallen lediglich zwei Situationen. Zum einen ist der Apostroph unverzichtbar, wenn Namen, die auf s enden oder eine ähnlich klingende Endung haben, im Genitiv verwendet werden. Zu diesen gehören beispielsweise Endungen wie -ss‚ -ß‚ -tz‚ -z‚ -x‚ -ce. Zum anderen ist der Apostroph in Fällen abgekürzter Wörter obligatorisch. Solche Situationen treten häufig vor allem in älteren, dichterischen Texten oder in Dialekten auf. Beispiel: „´s regnet“ statt „es regnet.“

Wann der Apostroph optional ist

Es gibt Fälle, in denen man sich aussuchen kann, ob man den Apostroph setzt oder nicht. Der Vorteil hierbei ist, dass allgemein bekannte Schreibformen des Deutschen bereits einen Standard setzen und daher Abhilfe schaffen ; häufig formulieren wir diese ohnehin schon unbewusst und korrekt. Ob man diesem Standard Folge leistet oder nicht, hat jedoch keine Auswirkungen auf Sinnhaftigkeit und Verständnis, wodurch es sich lediglich um eine Geschmacksfrage handelt. Beispiele derartiger Situationen: Was gibts → Was gibt´s?, Er geht ausm Haus → Er geht aus´m Haus, Wohin gehen wir nachm Unterricht? → Wohin gehen  wir nach´m Unterricht? Bei Namensadjektiven ist der Apostroph zwar ebenfalls optional, allerdings ist hier die Groß- und Kleinschreibung zu beachten. Beispiele: Das ohmsche Gesetz/Das Ohm´sche Gesetz, Die grimmschen Märchen →  Die Grimm´schen Märchen, Die maxwellsche Gleichung → Die Maxwell´sche Gleichung. Gerade in den Naturwissenschaften hat sich die zweite Schreibweise durchgesetzt und gilt als Standard.

Wann kein Apostroph gesetzt werden darf

Zwei Situationen, in denen der Apostroph zu vermeiden wäre, stellen ein Fettnäpfchen dar, in das selbst viele deutsche Muttersprachler nur allzu gerne treten. Einerseits bei Genitivendungen ohne S-Laut und andererseits bei der Verwendung von Pluralformen. So ist beispielsweise die richtige Schreibweise Marias Hose und nicht Maria´s Hose. Ebenso spricht man von mehreren CDs, anstatt CD´s. Der Duden hält hier jedoch ein Schlupfloch bereit, das in Ausnahmefällen gilt: Möchte man den Namen besonders betonen, kann man den Apostroph setzen, wenngleich dies grundsätzlich grammatikalisch falsch wäre. Das geschieht meist bei Namen von Restaurants oder Unternehmen. Es wird also erkennbar, dass all diese Regeln und ihre Ausnahmen doch nicht ganz so einfach sind, selbst für jemanden, der Deutsch fließend beherrscht.

Englisch als Problem

Sicherlich einer der Gründe für die Problematik, dass die Einhaltung der grammatikalischen Regeln im Deutschen nicht einwandfrei funktioniert, ist die englische Sprache. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung in den letzten Jahrzehnten, spricht heutzutage in der westlichen Welt so gut wie jeder Englisch und übernimmt daher Einflüsse daraus in seinen alltäglichen Sprachgebrauch. Insbesondere Anglizismen, die allen voran in der Jugendsprache immer stärkeren Einzug finden, begünstigen diesen Effekt. Problematisch wird es allerdings, wenn man die grammatikalischen und orthographischen Regeln des Englischen direkt auf das Deutsche überträgt. Während es im Englischen „Peter´s ball“ heißen würde, darf man im Deutschen auf keinen Fall den Apostroph verwenden und bleibt richtigerweise bei „Peters Ball.“

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